4. Dezember 2021

Hex

Titel: Hex
Autor: Thomas Olde Heuvelt
Verlag: Heyne
Seitenzahl: 432

Genre: Horror

Klappentext

„Black Spring ist ein beschauliches Städtchen im idyllischen Hudson Valley. Hier gibt es Wälder, hier gibt es Natur – und hier gibt es Katherine, eine dreihundert Jahre alte Hexe, die den Bewohnern von Black Spring gelegentlich einen kleinen Schrecken einjagt. Dass niemand je von Katherine erfahren darf, das ist dem Stadtrat von Black Spring schon lange klar, deshalb gelten hier strenge Regeln: kein Internet, kein Besuch von außerhalb oder Katherines Fluch wird sie alle treffen. Als die Teenager des Ortes jedoch eines Tages genug von den ständigen Einschränkungen haben und ein Video der Hexe posten, bricht in Black Spring im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle los …“

Langrezi

Mal abgesehen davon, dass der Klappentext komplett falsche Erwartungen weckt (da wird nix im Internet veröffentlicht) und ich das Buch deswegen in Schund und Schande reden würde, hat’s mich auch so nicht überzeugt.

Stil

Zum einen war der Stil sehr gewöhnungsbedürftig, die Satzstrukturen unnötig kompliziert, wodurch ich Passagen öfter lesen musste und querlesen selten möglich war. Der Autor springt ständig zwischen Präsens und Vergangenheit, wen so etwas anpisst – mich –, der hat damit seinen Spaß. Nervtötend ist sowieso der Umgang mit der Zeit: Manchmal wird in die Zukunft gesprungen, aus der dann das dramatische Ereignis erörtert wird, das gerade passiert ist. Ganz ehrlich: Das fuckt richtig ab.
Denn der Autor ist ein Meister im Anteasern.
„Die grauenvolle Ereignisse, die ihnen bevorstanden, […] würden allem Schönen ein Ende bereiten.“
„Rückblickend würde ihnen leidtun, nicht ‚Ich liebe dich‘ gesagt zu haben.“


Ganz ehrlich Volume 2: Das ist einfach scheiße. Damit erschafft man keine Spannung, damit clickbaitet man so auf Mario-Barth-Art rum: Weeste, weeste, da geht gleich die Post ab, haha, warte, weeste, weeste, das wird ganz krass, sach ich dir!

Ich sach euch, da wird nichts krass. Wenn mir der Erzähler seitenlang anteasert, dass etwas Schlimmes passieren wird, weil er sonst die Spannung nicht geschissen bekommt, ist das kein Qualitätsmerkmal. Und dann mit den Zeiten so rumzuhühnern und das dann in der Vergangenheit zu erzählen, macht es nicht spannender.

Charaktere

Die Charaktere konnte ich durch die Bank nicht wirklich leiden oder keine richtige Beziehung zu ihnen aufbauen. Die Geschichte schwappt mal hierhin, mal dorthin, lässt einige Plotelemente (Die Delarosas) auch mal komplett liegen, manchmal skippen wir einen ganzen Tag, dann werden 10 Minuten auf 10 Seiten ausgeschlachtet, auch wenn’s keine spannenden 10 Minuten sind.
Das Ende dieser – amerikanisierten – Version unterscheidet sich gänzlich vom niederländischen Original, und nach ein wenig Recherche habe ich das Gefühl, dass ich mit dem Original besser dran gewesen wäre.

Davon ab bringt das Buch – wie Offline – nichts zu Ende. Was genau passiert ist, einzelne Schicksale und aufgeworfene Fragen werden alle nicht erklärt. Aber ständig haben Charaktere irgendwelche Ahnungen oder alles macht plötzlich einen Sinn, aber dem Leser das zu erzählen, ist leider uncool.

Titten-Fetisch

Und zum Schluss muss ich nochmal über den Titten-Fetisch reden. Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht ganz, was da im Gehirn des Autors abgegangen ist, aber ständig zwickt irgendwer irgendwem (meist Griselda) in die Nippel oder man hat eine Fülle an Brustmetaphern. Die … für mich alle keinen Sinn ergeben oder eine Daseinsberechtigung haben. Das zu lesen war mehr als strange.

Fazit

Ich hab jetzt ordentlich geraget, weil ich wirklich wütend bin. Der Klappentext klang so fancy, und ich habe eine KOMPLETT andere Geschichte erwartet. Ganz so schlimm ist das Buch natürlich nicht, aber gefallen hat es mir auch nicht. Gegruselt hat es mich auch nicht so wirklich, was aber auch daran lag, dass ich mich so oft aufgeregt habe (über Plot, Stil, you name it) und mich das aus der Story gerissen hat. Empfehlen kann ich es daher leider nicht. 2 von 5 Sternen.

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